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Rotbuche oder Hainbuche? Eine kleine Bestimmungsübung für Jagdschüler

Auf einer Lernkarte sieht der Unterschied klar aus. Beim nächsten Spaziergang im Wald steht man wieder vor einem Baum und ist unsicher. Rotbuche und Hainbuche eignen sich gut für eine kleine Bestimmungsübung, denn der ähnliche Name gibt schnell das Gefühl von Sicherheit – auch wenn diese nicht immer da ist. Für Jagdschüler lohnt es sich, sich für die Bestimmung Zeit zu nehmen und mit mehreren Merkmalen zu begründen.

Illustrative Nahaufnahme grüner Buchenblätter an einem Zweig im Laubwald

Genauer hinschauen

Die Universität Göttingen nennt den Blattrand und die Oberfläche als hilfreiche Unterscheidungsmerkmale. Bei der Hainbuche ist der Rand deutlich gesägt; die Blattfläche wirkt durch die hervortretenden Nerven gefaltet. Das Blatt der Rotbuche wirkt dagegen glatter und hat einen welligen Rand. Machen Sie sich diese Merkmale einzeln klar, statt nur den ganzen Umriss mit einer Erinnerung zu vergleichen.

Für die Übung sind mehrere unbeschädigte Blätter am selben Baum besser als ein einzelnes Blatt vom Boden. Das gefundene Blatt könnte von einem anderen Baum stammen oder stark beschädigt sein, sodass der Rand nicht viel sagt. Bleiben Sie auf erlaubten Wegen und betrachten Sie erreichbare Zweige. Für eine Bestimmungsübung müssen keine Äste abgebrochen werden.

Eine Vermutung äußern

Sagen Sie zunächst, was Sie wirklich sehen: einen deutlich gezähnten Rand, eine bestimmte Oberfläche oder einen jungen Zweig. Erst danach nennen Sie die vermutete Art. Das klingt umständlich, verhindert aber, dass man nur noch nach passenden Merkmalen sucht. Wer mit einer zweiten Person unterwegs ist, kann die Beobachtung erklären, ohne gleich den Namen zu nennen.

Ein gutes Foto zeigt mehr als die Farbe. Machen Sie den Blattrand möglichst scharf und notieren Sie, an welchem Baum das Blatt hing. Ein zweites Bild vom Zweig und ein Überblick über den Stamm helfen später beim Vergleich. Gegenlicht sieht schön aus, kann aber wichtige Details verdecken. Für die Lernaufnahme zählt die Erkennbarkeit mehr als die Stimmung.

Im Herbst nicht nur auf die Farbe achten

Blattfarbe allein ist kein guter Ersatz für die Bestimmung. Licht, Kamera und Zustand eines Blattes verändern den Eindruck. Vergleichen Sie deshalb immer die Merkmale, die Sie begründen können. Ist ein Blatt trocken oder eingerollt, suchen Sie ein besseres Beispiel, statt den unsicheren Eindruck zu einer klaren Antwort zu machen.

Wenn der Baum keine Blätter trägt, kann man die Übung mit Zweigen und Knospen fortsetzen. Waldwissen.net beschreibt kürzere Knospen bei der Hainbuche als bei der Rotbuche. Ein Wintervergleich braucht andere Bilder und etwas Übung. Übertragen Sie eine Sommer-Lernkarte nicht einfach auf einen kahlen Baum. Nutzen Sie einen passenden Bestimmungsschlüssel oder fragen Sie die Kursleitung nach einem gemeinsamen Vergleich.

Offene Fragen mit in den Kurs nehmen

Notieren Sie bei einem unsicheren Fund, welches Merkmal nicht passte. Das ist besser als eine Liste mit vielen angeblich bestimmten Arten. Im Unterricht kann man genau dort ansetzen und das Merkmal am Material überprüfen. Zwei gut verglichene Bäume bleiben oft besser im Gedächtnis als zehn Namen, die unterwegs nur schnell geraten wurden.

Quellen und weiterführende Hinweise

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